Einrichten im Retro-Stil

Wohnzimmer im Retro-Look
Wohnzimmer im typischen Retro-Look

Ursprung des Retro-Stils

"Retro" als Begriffsdefinition sollte an sich immer dann zum Einsatz kommen, wenn von Stileinflüssen der Vergangenheit gesprochen wird. Warum also denken wir an die Einflüsse der 50-er, 60-er und 70-er Jahre wenn wir vom Retrostil sprechen? Einer der Gründe könnte sein, dass der Begriff "Retro", zumindest laut Wikipedia, in den 60-ern seine Geburtsstunde hatte. Und das überrascht an sich wenig, denn auch das Wesen des Retrostils wie wir es heute kennen, entstand in der Nachkriegszeit der 60-er Jahre. Junge Aktivisten und die Hippie-Kultur entstanden in dieser Zeit. Der Fokus und die Botschaft waren Frieden, Liebe und Freiheit. Und welcher Stil, wenn nicht der Retrostil könnte diese Botschaften besser repräsentieren?

Laut, bunt, lustig & funky kommt dieser Einrichtungsstil daher! Deswegen ist der Retrostil - einmal richtig umgesetzt - eine Frage der Überzeugung. Denn ein "bisschen" Retro mit einzelnen Elementen kann schnell einen veralteten Look enstehen lassen. Wer jedoch den lebendigen, einmaligen Look kreieren will, sollte sich dem mit Haut und Haaren verschreiben. Denn genauso wie die Werte, die diesen Look haben entstehen lassen, gibt es ein "bisschen" Retro genauso wenig wie es ein "bisschen" Liebe oder ein "bisschen" Frieden gibt .... Entweder es ist Liebe oder eben nicht! Und entweder es ist Retro, oder eben nicht ....

Charakteristik des Retro-Stils

Farbe und Formen bestimmen den Retrostil. Wie schon beim Ursprung angedeutet, kommt der Retrostil laut und ausgeflippt daher. Die Zeit des Retrostils war auch die Zeit des Ausprobierens und des Neuen. Organische Formen hielten Einzug bei den Möbeln. Wie etwa der berühmte Nierentisch. Holz war ein starkes Element im Retrostil. Zu Beginn insbesondere Teakholz, später auch heimische, helle Hölzer wie Buche oder Eiche. Besonders innovativ war das Spiel zwischen massivem Holz, dass jedoch nicht wuchtig und dick verarbeitet wurde, sondern dünn und geschwungen bei Stühlen und Tischen. Lange, runde, schmale Tisch- und Stuhlbeine versprühten Leichtigkeit im Wohnraum.

Als dann noch Kunststoff als Verarbeitungsmaterial entdeckt wurde und Stühle, Lampenschirme und Tische noch kreativer und bunter gestaltet werden konnten, gab es kein Halten mehr.

Obwohl der Retro-Stil die "ganz oder garnicht" premisse trägt, muss hierfür nicht gleich die gesamte Einrichtung ausgetauscht werden. Denn der "Chaosfaktor", bei dem ohnehin vieles nicht so ganz zusammenpasst, spielt Ihnen hervorragend in die Hände. Ein charakteristischer Nierentisch als Couchtisch aus Holz oder ein runder/ovaler Couchtisch aus Glas und der Anfang ist gemacht. Auch Polsterhocker oder große Poufs machen sich hervorragend als Couchtisch. Zudem können sie auch einen tollen Farbklecks beisteuern. Ein Bezug mit grafischem Druck oder ein florales Muster beispielsweise.

Perfekt und auf keinen Fall fehlen sollten Cocktailsessel. Die runden Formen dieser Sessel laden zum Reinsinken ein und diese Sessel sind in den knalligsten Farben und verschiedensten Musterungen zu haben! Beim Sofa ist es am wichtigsten, dass es bequem ist. Ansonsten passt hier sowohl ein Chesterfield-Sofa als auch jedes andere. Übrigens, ergänzen sich der angesagte Skandinavian Look was die Formen angeht, hervorragend mit dem Retro-Look. Auch hier sind Sofas oft auf schlanken, runden Holzbeinen. Auch wenn die Polster im skandinavischen Stil eher gedeckte Farben aufweisen, so sind oftmals die selben Möbel auch in bunten Farben erhältlich. Und falls nicht, so lässt sich auch ein gedeckter Farbton durch bunte Wurfkissen und Tagesdecken deutlich aufpeppen.

Übrigens, Sideboards, Kommoden, Vitrinen und Schränke dürfen klare Linie zeigen. Geradliniges Design, lange Beine und aus Holz und schlichte Optik machen den Retro-Look perfekt.

Bei den Lampen dürfen Sie nun endgültig ausflippen. Durch die vielfältigen Möglichkeiten allein schon beim Lampenschirm, gibt es hier praktisch keine Grenzen. Ideal ist es natürlich, wenn hier Kunststoff, Stoff oder Holz zum Einsatz kommen. Ob als Pendelleuchte, Stehleuchte oder ob Sie einfach mehrere Tischleuchten in den Raum stellen, um mit dem Licht zusätzliche Akzente setzen zu können, ist Ihnen überlassen.

Der Retrostil lässt sich hervorragend mit Elementen aus dem Vintage-Stil kombinieren. Hier gibt es sogar häufig Überschneidungen. Auch Elemente aus dem skandinavischen Stil und sogar dem Industrial Stil (wenn es um Polstermöbel geht) passen ausgezeichnet zum Retro-Stil und geben ihm eine einmalige Atmosphäre.

Wichtige Elemente des Retro-Stils im Überblick:

  • Holz: Ob helles Holz wie Buche oder das dunklere Teakholz. Erlaubt ist, was gefällt. Entscheidend hier ist eher die Form der verarbeiteten Möbel.
  • dünne und/oder gebogene Holzplatten
  • geradlinige, schnörkellose Schränke und Kommoden
  • lange, schlanke Tisch- Stuhl- und Möbelbeine
  • keine dicken, unverarbeitet wirkenden Oberflächen, die rustikal wirken könnten
  • Lampen: Insbesondere tief hängende Pendelleuchten über Ess- oder Couchtisch, vielleicht eine Stehlampe in der Ecke?   Hier gilt das Prinzip „viel hilft viel“. Durch unterschiedliche Lichtquellen lassen sich große oder offene Wohnräume auch eleganter in einzelne Bereiche unterteilen.
  • ausladende Pendelleuchten im ausgefallenen Design in poppigen Farben
  • Lavalampen als Akzente
  • Leselampen und Stehleuchten mit Schirmen aus Milchglas, Kunststoff oder Papier. Entweder in knalligen Farben wie Orange, Gelb, Pink aber auch in Weiß ein echter Hingucker
  • Weiche Kanten und organische Formen:
  • Abgerundete Polstermöbel
  • Cocktailsessel mit halbrunden Lehnen
  • runde Pouffs oder Polsterhocker
  • nierenförmige Tische
  • Grafische Musterungen:
  • geradlinige Rautenmuster, Dreiecksmuster oder Punkte und Linien in verschiedenen Farben auf Wurfkissen, Tagesdecken oder als Wanddekoration
  • Florales Design: Ob auf Wohntextilien oder als Tapete immer richtig im Retro-Stil
  • Comic Art und abstrakte Drucke: Beispielsweise als gerahmte Bilder

Farbwelt beim Retro-Stil

Falls es bis hierhin nicht oft genug erwähnt wurde: Farbe ist das A und O im Retro-Stil. Hier sind absolut keine Grenzen bei der Auswahl gesetzt. Um einge gewisse Harmonie reinzubringen, hier einige Ideen, die einfach immer funktionieren:
Avocado grün und Senfgelb sind die zeitlosen Klassiker wenn es um den Retrostil geht. Auch pink, türkis und orange lassen sich hervorragend integrieren. Schwarz und Weiß als Kontraste beispielsweise in Form von grafischen Mustern auf Tagesdecken und Kissen sorgen für etwas Drama und die natürliche Farbe von Holzelementen wie Tischen, Möbelbeinen, Schränken oder Kommoden runden das Gesamtbild hervorragend ab.

An den Wänden eignen sich natürlich grafisch gemusterte Tapeten. Ob Elipsen, überdimensionale Karos, Wellenmuster oder bunte Blumentapeten. Wenn Sie jemals eine gewagte Tapetenmusterung wollten, dann passt sie am besten in den Retro-Stil. Um trotzdem noch eine gewisse Ruhe im Raum zu haben, empfiehlt es sich jedoch nur eine Wand mit einer Mustertapete zu tapezieren und die restlichen Wände in einer Komplementärfarbe zu streichen bzw. zu tapezieren. Wem auch das noch zu unruhig ist, der wählt Pastelltöne für die Wände und sorgt mit Bildern für ein entsprechendes Ambiente. Grafische Drucke oder Comic Art eignen sich hier sehr gut.