Ledermöbel richtig auswählen

Ob Sofas oder Sessel, ein Lederbezug steht immer für zeitlose Eleganz, hochwertige Verarbeitung und Exklusivität. Ledermöbel stellen für viele eine Investition dar und in einen Lederbezug sind viele in der Regel bereit mehr Geld auszugeben als üblich.

Denn ein Ledersofa oder ein Ledersessel sind nicht nur zeitlose Klassiker, sondern überzeugen  durch einfache Pflege, hohen Sitzkomfort, Robustheit und Langlebigkeit. Somit zahlt sich eine anfänglich hohe Investition über die Jahre aus. Kein Wunder also, dass ein Drittel aller verkauften Polstermöbel aus Leder sind.

Naturgemäß entstehen bei der Auswahl des richtigen Lederbezuges auch Unsicherheiten. Nicht immer ist der Preis hier ein sicheres Zeichen für Qualität. Wir bringen Licht ins Dunkel! Und betrachten folgende Punkte im Detail:

  • Was sind die üblichen Lederarten?
  • Welcher Lederbezug ist der richtige für mich?
  • Wie pflege ich meinen Lederbezug?
  • Qualitätstest beim Sofakauf

Was sind die üblichen Lederarten für Möbel?

Glattleder (eingefärbt)

Grundsätzlich ist beim Polstermöbelbezug von Rinderleder die Rede.

Beim Glattleder liegt die Narbenseite (die Oberseite der Rinderhaut) außen. Zudem kann das Glattleder sehr gut eingefärbt werden, was Ihnen eine Menge Möglichkeiten bezüglich der Farbwahl lässt. Das Glattleder gilt als besonders widerstandsfähig. Flüssigkeiten perlen an der glatten Oberfläche ab und Verunreinigungen lassen sich entsprechend leicht abwischen.

Anilinleder

Dieses Leder ist ein offenporiges Glattleder das mit Anilinfarbstoffen durchgefärbt wird. Die ursprüngliche Hautstruktur bleibt vollständig sichtbar, da keine Pigmentschicht aufgetragen wird und verlangt deshalb ein absolut makelloses Leder.
Die Farbauswahl beim Anilinleder ist eingeschränkt und auch die Pflege ist hier deutlich aufwändiger. Feuchtigkeit, Fette und Schmutz können leicht ins Leder eindringen, weil hier die schützende Pigmentschicht fehlt.

Veloursleder / Rauleder:

Man kennt das ja schon vom Veloursstoff: Veloursleder ist ein Sammelbegriff für aufgeraute Oberflächen. Noch allgemeiner und wir sind beim Rauleder. Denn einen Lederbezug rau bekommen gelingt auf verschiedenste Weise. Wird die Oberseite des Leders - die Narbenseite - aufgeraut, ist von Nubuk die Rede. Kommt das Leder aus dem Fleischspalt (eine Innenseite des Leders, wenn es in mehrere Schichten gespalten wird), reden wir vom Veloursleder. Auch kann die unbeschichtete Rückseite des Glattleders Veloursleder genannt werden.

Nubukleder

Raues Leder, das durch das Aufrauen der sonst glatten Narbenseite entsteht. Nubukleder gilt als deutlich hochwertiger als ein Veloursleder aus der Fleischseite. Denn es behält die robuste Eigenschaft von Glattleder und fühlt sich warm und weich an.

Nappaleder

Ist ein Sammelbegriff für narbenseitig verarbeitetes Leder. Es ist ein vollnarbiges, chromgegerbtes, besonders weiches Glattleder.

Welcher Lederbezug ist der richtige für mich?

Das hängt sehr stark von Ihren Bedürfnissen ab und natürlich Geschmack ab. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass nahezu jedes naturbelassene Material überall hervorragend reinpasst. Das zeichnet eben diese Zeitlosigkeit aus. Einige Besonderheiten sollten Sie trotzdem bedenken, damit Sie mit Ihrem Ledersofa wirklich glücklich werden.

  1. Wie groß ist Ihr Haushalt? Sind Sie allein, zusammen lebend oder haben Sie Kinder und/oder Haustiere?

    Sobald Haustiere und/oder Kinder im Spiel sind, sollten Sie auf robustes Glattleder setzen. Denn die Farbschicht lässt Flüssigkeiten und Verschmutzungen nicht ins Leder eindringen. Zur Reinigung genügt in der Regel ein Abwischen mit einem feuchten Tuch. Wählen Sie zudem eine gedeckte Farbe (kein weiß oder beige). So haben Sie ein Möbelstück das unkompliziert ist, Ihren Wunsch nach einem Lederbezug erfüllt und weder Sie noch Ihre Familienmitglieder müssen das Sofa mit "Samthandschuhen" anfassen.

  2. Wie stehen Sie zu Materialveränderungen, Materialalterung etc. ?

    Ein Naturprodukt lebt! Während Holz sich ausdehnen kann und auch die Farbe entweder aufhellt oder nachdunkelt, hat auch das Leder ein gewisses "Eigenleben". Je natürlicher das Leder desto weniger Farbechtheit oder Lichtbeständigkeit haben Sie.

    Das Sofa "altert" also mit. Viele finden das charmant. Denn mit der Zeit bekommt der Lederbezug einen einmaligen Look mit speckigen Stellen oder abgegriffenen Lehnen. Falls Sie jedoch kein Fan sind, haben Sie mit dem Glattlederbezug noch die besten Chancen den Alterungsprozess etwas hinauszuzögern. Die Alternative wären eher Kunststofffasern, die als besonders Lichtbeständig gelten.

  3. Wo soll das Möbelstück stehen?

    Ein Sofa sollte weder direkter Sonneneinstrahlung noch trockener Heizungsluft ausgesetzt werden. Wenn Ihr Wohnzimmer aber genau diese Eigenschaften mitbringt, verzichten Sie lieber auf den Lederbezug. Denn sowohl direktes Sonnenlicht als auch Heizungsluft können das Leder spröde machen und ausbleichen.

Wie pflege ich Lederbezüge richtig?

  • Vor direkter Sonnen- und Lichteinstrahlung schützen! Bedenken Sie das bereits vor der Anschaffung: Wo wird Ihr Sofa oder Ihr Sessel stehen? Direkter Sonne ausgesetzt können Lederfarben ausbleichen.

  • Nicht direkt vor die Heizung oder andere Heizquellen stellen. Ein Austrocknen und spröde werden des Leders kann passieren

  • Bei der Reinigung niemals Lösungsmittel wie Fleckenentferner, Benzin, Terpentin, Schuhcreme oder Bohnerwachs verwenden! Es gibt spezielle Lederreinigungs- und Pflegecremes. Reinigen und pflegen Sie Ihre Ledermöbel ausschließlich damit.

  • Neue Reinigungs- und Pflegeprodukte immer an unauffälliger Stelle testen.

  • Tragen Sie geeignete Reinigungsmittel nie direkt auf das Leder auf! So riskieren Sie unschöne, ungleichmäßige Flecken. Verteilen Sie das Mittel auf einem sauberen und weichen Tuch und tragen Sie das Mittel dann sanft und großflächig auf. Reinigen Sie immer großflächig von Naht zu Naht und nicht punktuell!

  • Wenn es um das regelmäßige Abstauben geht, benutzen Sie ein leicht feuchtes Tuch, am besten mit destilliertem Wasser um Kalkflecken zu vermeiden.

  • Finger weg von "Hausrezepten"! Ob Olivenöl, Milch oder diverse Hautcremes. Heutzutage sind Lederbezüge anders gegerbt, dünner und weicher als früher. Somit sollte auch das Reinigungsmittel perfekt darauf abgestimmt sein. Riskieren Sie es nicht Ihren Lederbezug mit "Hausfrauen-Tipps" zu zerstören oder zu schädigen! Auch Schuhcremes, Autolederpflege oder ähnliches sollte nicht automatisch für Polstermöbel benutzt werden.

  • Durch unterschiedliche Herstellverfahren sollten Sie auch unbedingt auf Pflegehinweise der Hersteller achten!

  • Wischen Sie das Leder regelmäßig (ca. ein Mal die Woche) ab und reiben Sie es regelmäßig mit Lederpflege ein. Ihr Fachhändler zur Lederpflege berät Sie hierzu am Besten.

  • Jeans und helle Lederbezüge, vor allem die offenporigen Anilinlederbezüge, vertragen sich nicht gut! Das liegt an der fehlenden Farbversiegelung der Jeans. Vermeiden Sie abfärbende Textilien auf Ihrem Sofa.

Qualitätstest beim Sofakauf

Ob Sie nun zum Fachhändler in Ihrer Stadt gehen oder nach Ihrem Ledersofa online suchen, achten Sie im Fachgeschäft oder direkt nach der Lieferung in Ihre Wohnung auf die Beschaffenheit des Sofas. Wenn Sie es online bestellt haben, haben Sie dank Fernabsatzgesetz immer ein Widerrufsrecht! Das räumt Ihnen der Fachhändler nicht unbedingt ein.
Und wo können Sie ungestörter testen als zu Hause? Hier haben Sie alle Zeit der Welt und Ihre Ruhe um Ihre neue Eroberung auf Herz und Nieren zu testen.
Das erste was Sie tun sollten, ist einfach Ihrem Impuls nachgeben und den Lederbezug anfassen.  Bei der Haptik sollte das Leder

  • weich und geschmeidig sein
  • nicht zu kalt bzw. die Körpertemperatur schnell annehmen

Setzen Sie sich, machen Sie es sich bequem auf dem Sofa und prüfen Sie erneut, ob es evtl. zu kalt sein könnte? Ist die Polsterung gleichmäßig? Ist das Leder durchgehend gleich dick?

Falls ja, spricht alles dafür, dass Sie im Bezug auf die Lederqualität alles richtig gemacht haben.

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